ECO-SCHOOLS-PROGRAMM

Was ist das Eco-Schools-Programm?

 

Das Eco-Schools-Programm wurde 1994 in Dänemark von der Foundation for Environmental Education (FEE) im Anschluss an den Erdgipfel von 1992 in Rio ins Leben gerufen. Heute ist Eco-Schools das grösste internationale Auszeichnungs- und Bildungsprogramm für nachhaltige Entwicklung der Welt. Es unterstützt Schulen dabei, sich für mehr Nachhaltigkeit im Schulbetrieb einzusetzen und bestärkt junge Menschen darin, ihre direkte Lebenswelt aktiv mitzugestalten und eine tragende Rolle innerhalb ihrer Schule und der Gesellschaft zu übernehmen.

Als Bildungsprogramm fördert Eco-Schools konkrete Massnahmen für eine nachhaltigere Funktionsweise der Schulen, legt den Fokus aber auch auf Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE), indem es zahlreiche Bezüge zum Lehrplan 21 schafft. Das Eco-Schools-Programm vereint die gesamte Schulgemeinschaft um ein gemeinsames Projekt und fördert die Reflexion und die Zusammenarbeit zwischen den Lehrpersonen, den nicht-unterrichtenden Mitarbeitenden, den Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern.

Das Eco-Schools-Programm wird von der UNESCO und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) unterstützt. Es ist eine begehrte Auszeichnung, die mit den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung verknüpft ist. Das Programm bietet den teilnehmenden Schulen die Möglichkeit, innerhalb des nationalen und internationalen Eco-Schools-Netzwerks Erfahrungen auszutauschen und zu teilen.

Seit 2016 entwickelt der Verein J’aime ma Planète das Eco-Schools-Programm in der Schweiz. Mit 70 teilnehmenden Schulen wirken aktuell mehr als 20’000 Schülerinnen und Schüler am Programm mit.

«Eco-Schools ist ein grossartiges Abenteuer: Es ermöglicht allen Akteuren einer Schule, intern und extern zu kommunizieren, Wertschätzung zu erfahren und in einen internationalen, modernen Ansatz für nachhaltige Entwicklung eingebunden zu sein. Es ist ein unbestreitbarer Gewinn!» – Esther, Eco-Schools-Koordinatorin, Lycée Rodolphe Töpffer, Genf.

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Warum am Eco-Schools-Programm teilnehmen?

 

Vom Anlegen eines Schulgartens über Aktionstage zum Energiesparen bis hin zur Gründung eines Schüler*innenparlaments – die Initiativen zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung an Schweizer Schulen sind zahlreich. Vor diesem Hintergrund ist ein Schulprogramm sinnvoll, das diese Initiativen in einen grösseren Zusammenhang setzt und ihre Wirksamkeit und Beständigkeit sicherstellt.

Das Eco-Schools-Programm bietet einen strukturierten methodischen Rahmen, der die Schulen bei der Einführung eines dynamischen und wirksamen Ansatzes zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung unterstützt.

Was sind die Ziele des Eco-Schools-Programms?

1.

 

Das Eco-Schools-Programm fördert das entdeckende, an realen Situationen orientierte Lernen, um nachhaltige Entwicklung an den Schulen konkret vor Ort umzusetzen.

2.

 

Die Schülerinnen und Schüler werden darin bestärkt, ihre direkte Lebenswelt aktiv mitzugestalten und eine tragende Rolle innerhalb ihrer Schule und der Gesellschaft zu übernehmen.

3.

 

Das Eco-Schools-Programm bietet einen inklusiven Ansatz, indem es die gesamte Schulgemeinschaft sowie die lokale Gemeinde um ein gemeinsames Projekt vereint.

4.

 

Die Schulen reduzieren ihren ökologischen Fussabdruck.

Wie funktioniert das Eco-Schools-Programm?

 

Das Eco-Schools-Programm setzt BNE in einem ganzheitlichen Ansatz um. Es beinhaltet eine Projektmethodik, bestehend aus sieben anpassungsfähigen und flexiblen Schritten. Diese Methodik schafft den Rahmen für ein Projekt, das die gesamte Schulgemeinschaft involviert und den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gibt, bei der Umsetzung des Projekts eine führende Rolle zu spielen und wesentlich zu seinem Erfolg beizutragen. Die Schulgebäude und ihre Umgebung werden dabei als Lernlabore genutzt.

Das Hauptziel des Eco-Schools-Programms ist es, dass die Schulen nach und nach eine Dynamik der nachhaltigen Entwicklung bzw. Bildung für Nachhaltige Entwicklung in ihr Schulleben integrieren. Die Schülerinnen und Schüler erwerben dadurch die notwendigen Kenntnisse, Kompetenzen und Motivationen, um die Herausforderungen der Welt um sie herum anzugehen und eine zukunftsfähige Entwicklung mitzugestalten.

Jede Schule wählt ein Projektthema für ein ein- oder zweijähriges Eco-Schools-Projekt und führt konkrete Massnahmen durch mit dem Ziel, die Funktionsweise der Schule betreffend dieses Themas zu verbessern und so ihren ökologischen Fussabdruck zu reduzieren. Diese Massnahmen werden von Bildungsaktivitäten in Verbindung mit nachhaltiger Entwicklung begleitet, welche in der Schule oder an ausserschulischen Lernorten stattfinden. Jedes Jahr bzw. alle zwei Jahre bearbeiten die Schulen ein neues Thema in einem Folgeprojekt, wodurch ein stetiger Verbesserungs- und Entwicklungsprozess entsteht.

Projektbeispiel

Primar- und Sekundarschule EPS Chavornay et environs (Kanton Waadt)

Thema: Biodiversität

Für ihr erstes Eco-Schools-Projekt zum Thema Biodiversität legte die Schulgemeinschaft von Chavornay et environs einen beeindruckenden Schulgarten an und erschuf ein Waldsofa für den Unterricht im Freien. Ziel war es, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit der Natur verbinden und sich mit Fragen der biologischen Vielfalt und ihrer natürlichen Umwelt auseinandersetzen.

Die Kinder standen von Anfang an im Mittelpunkt des Projekts. Mit der Unterstützung ihrer Lehrerinnen und Lehrer erstellten sie die Pläne für den Schulgarten, bereiteten die Böden vor, kümmerten sich um die Bepflanzung, die Bewässerung, die Pflege und die Ernte. Natürlich standen auch die Zubereitung und der Verzehr der geernteten Produkte auf dem Programm. Zuletzt verkauften die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Saatgut auf einem lokalen Markt.

Diese Errungenschaften haben vielfältige Verknüpfungen mit dem Unterricht ermöglicht: Gartenworkshops während der Unterrichtszeit, Kochkurse mit Gemüse aus dem Garten, mathematische Berechnung für die Pläne, ein Biologie-Dossier über die Vielfalt des Lebens…

Der Schulgarten und das Waldsofa sind zu wichtigen Orten des Lernens und der Sensibilisierung für eine respektvolle Haltung gegenüber der Natur geworden und sind aus dem Schulalltag der Schule Chavornay et environs nicht mehr wegzudenken. Als krönender Abschluss ihres ersten Eco-Schools-Projekts feierte die Schule ein Gartenfest, das Eltern, Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen zu einem geselligen und verbindenden Moment zusammenbrachte.

Sind Sie am Eco-Schools-Programm interessiert?

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

 

Weitere Informationen über das Eco-Schools-Programm in der Schweiz: http://www.ecoschools-ch.org/de

Weitere Informationen über das Eco-Schools-Programm weltweit: http://www.ecoschools.global/