Als die Lehrpersonen der Oberstufe Wier in Ebnat-Kappel ihre Schülerinnen und Schüler einluden, im Eco-Komitee mitzuwirken, meldete sich… niemand. Diese vermeintlich erste Hürde entpuppte sich als grosse Chance.
Ausgangslage
Die Begründung der Jugendlichen für die Nichtteilnahme am Eco-Komitee war klar: Entweder macht niemand etwas oder alle engagieren sich für die Nachhaltigkeit. Alle 1. und 2. Klassen verfolgten fortan ihr individuelles Projekt zum Thema Abfall.
Ziele und Massnahmen
Die Klasse R1a, zum Beispiel, beschäftigte sich mit Littering und formulierte die provokante These: «Die Ebnat-Kappler*innen gehen zu sorglos mit der Umwelt um». Zur Überprüfung führten sie ein gewieftes Experiment durch: Am Dorfladen warfen sie PET-Flaschen achtlos auf den Boden. Passanten und Passantinnen, die sie darauf ansprachen, erhielten ein Zertifikat – «Held / Heldin des Alltags» – und ein Biberli. Überraschend viele reagierten, sodass die Jugendlichen ihre These überdachten.
Auch die anderen Schulklassen bewiesen grossen Einfallsreichtum. Eine Klasse installierte mit dem Hausdienst ein ausgeklügeltes Abfalltrennsystem für die gesamte Schule, das von den Jugendlichen selbst verwaltet wird. Eine andere Klasse befragte einen Landwirt, um mehr über die Gefahren zu erfahren, denen seine Kühe durch Littering auf der Weide ausgesetzt sind. In einem beeindruckenden Kunstprojekt liessen die Schülerinnen und Schüler anschliessend Tiere und Abfall miteinander verschmelzen, um die Schulgemeinschaft auf die Folgen des Litterings aufmerksam zu machen. Eine weitere Klasse nahm den Umgang mit Verbrauchsmaterial an der Schule unter die Lupe und entwickelte Tippkarten, um die Schulgemeinschaft zur Abfallreduzierung zu animieren.
Ergebnisse und Wirkung
Zum Abschluss ihrer Projekte stellten die Klassen ihre Ergebnisse im Schulhaus aus und präsentierten sie sich gegenseitig. Dank des grossen Engagements der Klassen, ihrer Lehrpersonen und des unterstützenden Schulteams ist es der Oberstufe Wier gelungen, als ganze Schule wirksame Schritte Richtung mehr Nachhaltigkeit zu machen.
Das Projekt auf einen Blick
Thema
Abfall
Art der Schule
öffentlich
Schulstufe(n)
Zyklus 3
Anzahl der beteiligten Schülerinnen und Schüler
82
Projektdauer
Januar 2022 – September 2023
Themen früherer Projekte
–
Ziele für nachhaltige Entwicklung
Die sieben Eco-Schools-Schritte in der Praxis
Themenwahl und Ideenfindung mit allen Schülerinnen und Schülern
Individuelle Analysen in den Klassen
Analyse des Abfalltrennsystems der Schule
Durchführung einer Online-Umfrage in der Schulgemeinschaft zu Verbrauchsmaterialien
Klassendiskussionen zum Thema Littering
Messen des Littering-Abfalls auf dem Schulareal
Interview mit einem Landwirt zum Thema Littering
Individuelle Aktionspläne in den Klassen
Einrichtung eines neuen Abfalltrennsystems und Besuch einer Recyclinganlage
Erstellung von Tippkarten für den Umgang mit Verbrauchsmaterialien
Durchführung eines Littering-Experiments im Dorf unter Einbezug der Bevölkerung
Kunstkampagne zu Littering und dessen Folgen für Tiere
Überprüfung der korrekten Verwendung des Abfalltrennsystems alle 2–4 Wochen
Regelmässiges Sammeln und Wiegen von Littering-Abfall auf dem Schulareal
Dokumentation der Projektergebnissen auf Postern
Alle Klassenprojekte wurden in den Fächern Berufliche Orientierung, Ethik, Religionen, Gemeinschaft, Deutsch, Bildnerisches Gestalten sowie Medien und Informatik umgesetzt.
Gegenseitige Präsentation der Klassenprojekte
Ausstellung der Klassenprojekte im Schulhaus
Testimonial
«Nicht ein Projekt, das nun abgeschlossen ist, sondern die Nachhaltigkeit zählt. Wir werden weiterhin dafür sorgen, dass die guten Ideen fortgesetzt werden.»
Eco-Schools-Koordinator
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